Respekt erleben

Morgenkreis zum Thema Respekt und Grenzen

Alter: 3-6 JahreDauer: ca. 10-20 MinutenMaterial:
– Druckvorlage „Respekt erleben“ mit der Alltagssituation Paul und Lena
– Stopp-Symbol
– kleiner Ball

Ziel:

Die Kinder entdecken, was Respekt im Alltag bedeuten kann. Sie erleben, dass es zum respektvollen Umgang gehört, die Grenzen und Wünsche anderer wahrzunehmen und ernst zu nehmen.

Pädagogischer Hinweis:

Das Bodenbild und die Wertekarten können genutzt werden, um den Morgenkreis gemeinsam mit den Kindern sichtbar zu gestalten. Die Kinder können die passenden Bausteine auswählen und in der Morgenkreismitte anordnen. Die Wertekarte „Respekt“ kann dabei als thematischer Baustein aufgenommen werden und macht sichtbar, welcher Wert im Mittelpunkt des heutigen Morgenkreises steht.

Die beschriebene Struktur dient als roter Leitfaden und kann an die jeweilige Gruppe, das Alter und die Aufmerksamkeit der Kinder angepasst werden. Einzelne Elemente können verkürzt, verändert oder ergänzt werden. Je nach Situation kann beispielsweise auch ein Lied, ein Fingerspiel oder eine kurze Bewegungseinheit integriert werden.

Durchführung

1. Begrüßung und gemeinsames Ankommen

Begrüße die Kinder und nutze dafür euer vertrautes Begrüßungsritual, ein Begrüßungslied oder einen kurzen Begrüßungsspruch.

Nimm dir einen kurzen Moment, damit die Kinder im Morgenkreis ankommen können.

2. Wer ist heute da?

Schaut gemeinsam, welche Kinder heute im Morgenkreis dabei sind.

Ein Kind kann die Anzahl der anwesenden Kinder zählen. Anschließend könnt ihr gemeinsam überlegen, wer heute da ist und wer fehlt.

3. Kurze Orientierung

Gib den Kindern einen kurzen Überblick über den heutigen Tag.

Je nach Alter und Gruppe können beispielsweise der Wochentag, das Wetter, die Jahreszeit oder ein besonderes Ereignis aufgegriffen werden.

Halte diesen Teil bewusst kurz und passe ihn an die Bedürfnisse der Kinder an.

Anschließend leitest du zum heutigen Thema über: „Heute wollen wir uns gemeinsam mit einem wichtigen Thema beschäftigen. Wir schauen uns an, was Respekt bedeutet und wie wir respektvoll miteinander umgehen können.“

4. Respekt entdecken

Zeige den Kindern die ausgedruckte Alltagssituation: Paul kitzelt Lena. Lena sagt: „Stopp, ich möchte das nicht.“

Lass die Kinder das Bild zunächst genau betrachten.

Frage die Kinder: „Was könnt ihr auf dem Bild sehen?“, „Was passiert hier?“, „Was kann Paul jetzt tun?“

Greife ihre Antworten auf und frage gegebenenfalls weiter: „Was hat Lena gesagt?“, „Warum soll Paul aufhören?“

Lass die Kinder ihre Gedanken und Ideen einbringen. Gemeinsam könnt ihr herausfinden: Wenn Lena sagt, dass sie etwas nicht möchte, kann Paul darauf achten und ihre Grenze respektieren. Er hört auf und nimmt ernst, was Lena möchte.

Fasse anschließend kindgerecht zusammen: „Wenn jemand sagt, dass er etwas nicht möchte, hören wir zu und hören auf. Das ist Respekt.“

Sprecht gemeinsam: „Stopp heißt Stopp.“

5. Respekt ausprobieren – Das Stopp-Spiel

Nimm den Ball und erkläre den Kindern: „Jetzt probieren wir gemeinsam aus, was es bedeutet, auf ein ‚Stopp‘ zu hören.“

Gib den Ball an das Kind neben dir weiter. Der Ball wird von Kind zu Kind weitergegeben und wandert durch den Kreis.

Erkläre: „Der Ball wandert im Kreis, bis ich ‚Stopp‘ sage. Wenn ich ‚Stopp‘ sage, bleibt der Ball bei dem Kind, das ihn gerade in der Hand hält. Dieses Kind gibt ihn nicht weiter.“

Beginne mit dem Spiel. Lass den Ball einige Male im Kreis wandern und sage zwischendurch: „Stopp!“

Das Kind mit dem Ball hält ihn fest. Nach einer kurzen Pause geht der Ball weiter.

Wiederhole das Spiel einige Male.

6. Gemeinsam über das Erlebte sprechen

Greife anschließend die Erfahrung der Kinder auf: „Ihr habt gehört, dass ich ‚Stopp‘ gesagt habe. Was habt ihr gemacht?“

„Was machen wir, wenn beim Spielen jemand ‚Stopp‘ sagt?“

Greife die Antworten auf und fasse zusammen: „Genau. Wir hören zu und hören auf.“

Sprecht den Satz gemeinsam noch einmal: „Wir hören zu und hören auf.“, „Stopp heißt Stopp!“

7. Respekt mit in den Tag nehmen

Sage zu den Kindern: „Heute achten wir darauf, wenn jemand Stopp sagt: Wir hören zu und hören auf.“

Zeige den Kindern das Stopp-Symbol und überlegt zusammen: „Wo könnte unser Stopp-Schild hängen?“

Vielleicht gibt es einen Platz im Gruppenraum, an dem es gut sichtbar ist.

Hängt das Symbol gemeinsam auf. Die Kinder können dabei mitentscheiden, wo es seinen Platz bekommt.

So bleibt der Gedanke aus dem Morgenkreis auch nach dem Morgenkreis sichtbar und kann im Laufe des Tages immer wieder aufgegriffen werden.

8. Unser gemeinsamer Merksatz

Wiederholt gemeinsam den wichtigsten Gedanken des Morgenkreises:

„Ich darf Stopp sagen.
Andere dürfen Stopp sagen.
Wenn jemand Stopp sagt, höre ich zu und höre auf.“

Je nach Alter und Interesse der Kinder kann der Merksatz mit einfachen Bewegungen begleitet werden.

„Ich darf Stopp sagen.“ → Auf sich selbst zeigen.
„Andere dürfen Stopp sagen.“→ Auf die anderen Kinder zeigen.
„Ich höre zu und höre auf.“ → Hand ans Ohr nehmen und anschließend eine Stopp-Geste machen.

9. Abschluss und Ausblick auf den Tag

Schaut anschließend gemeinsam, was an diesem Tag noch ansteht, und beende den Morgenkreis mit eurem vertrauten Abschlussritual, einem Lied, Spruch oder einer gemeinsamen Bewegung.

Hannah und Sofia lesen Bilderbücher, die Werte vermitteln
©Lia Schrull

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